Alle Frühlinge
kommen herein mit diesem.
Frühling der mehr ist
als grüne Blätter
Ein Kuss birgt alle Küsse
(aus Hilde Domin, "April")
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März. Am Quai d'Austerlitz. |
Als das Semester Anfang Februar zu Ende war – und
es war bis zuletzt gefüllt mit Referaten, Klausuren und Blockseminaren – hat es
mich abrupt in verlangsamten Gang versetzt. Hatte ich mich die Wochen
vorher konstant auf einem positiv-motivierten Rhythmus gehalten, wurde ich mit
einmal merkwürdig schlaff. Ich wollte erstmal "nichts tun" (wenn dann
nur schöne Bücher lesen, in eine Ausstellung gehen, Kaffee trinken). Aber das
fühlte sich plötzlich auch nicht erfüllend an. Da war einfach ZU viel Zeit. Ich
war von dem Gefühl am Morgen "Das
ist DEIN Tag, mach was draus, und zwar viel!" ziemlich überfordert. Zum
Beispiel dieses "möglichst viele schöne Bücher lesen" kann schnell zu
einer Leistungsanforderung mutieren, obwohl man sich doch nur Gutes tun wollte.
Ich merkte: Struktur brauche ich. Langsam wurde es auch Zeit, meine
Hausarbeiten zu beginnen – je länger der Nachmittag wurde, desto weniger konnte
ich mich entschließen, die Hefter, Ordner und Bücher wieder aufzuschlagen.
Ein Job musste her. Und siehe da: Plötzlich kam
ein, kamen zwei, kamen drei Angebote aus meiner Umgebung. Sogar die Wahl hatte
ich. Entschieden habe ich schnell (dazu mehr in einem anderen Post!). Nun habe
ich täglich ein paar Stunden fest dafür verplant und, noch einmal, siehe da!
Die Zeit bis zum Nachmittag, wenn ich mich in die Metro setzen muss, kann ich
endlich nutzen. Das Aufstehen fällt leichter (Frühaufsteher werde ich wohl
nicht mehr in diesem Leben). Ein Blick vom Balkon auf das Pariser Dächermeer
und ich weiß, ich kann beginnen. Ich setze mir erstmal kleine Einheiten als
Aufgabe: 'Täglich 10 Seiten Fachliteratur auf einer Parkbank lesen (und dabei gleich Licht
und Luft tanken)' oder 'Heute diesen oder jenen Aufsatz durcharbeiten'. Es sind
nur kleine Schritte, aber so vergeht wenigstens kein Tag, an dem ich nichts
vollbringe. Im Übrigen wird mich das näherkommende Abgabedatum noch weiter beschleunigen.
Diese Woche zeigt sich Paris noch dazu von seiner bezaubernden
Seite: Sonnig, geschwätzig, gesellig. Die Terrassen sind wieder gefüllt,
Ballerinas und Übergangsjacken schlendern über die Trottoirs. Und à propos
Übergang... genau das ist es wohl gerade. Aus dem Winter winden. Wieder ein
Stück bergauf.
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Weiter gehts auf meinem Weg |
Wär der Himmel jeden Tag so weit |
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Halt den Moment fest |
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Pariser Farben |
Hi Lyra ! Beautiful blog...
AntwortenLöschenMerci :-)
LöschenWenn ich über die Dächer blicke finde ich mit meinen Augen ein eigerüstetes Gebäude, das war vor ein paar Monaten noch nicht. Was ist denn da jetzt eingerüstet?
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