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Donnerstag, 16. Oktober 2014

OKTOBERMOMENTE (AUF & AB)



Eine verdichtete Zeit ist dies, undzwar weniger im poetischen Sinne, als hinsichtlich ihrer Dichte an Herausforderungen, die mir mein Weg gerade stellt. Nächste Woche verabschiede ich mich von meiner Masterarbeit: ich sehe sie vor meinem inneren Auge schon ausgedruckt und gebunden, fix und fertig, wie ich selbst. Dass sich alles gelohnt hat – das eigenwillige Thema, das (manchmal mühsame) Schreiben in der Fremdsprache, die sieben Monate Arbeit – glaube ich schon jetzt. An jeder Seite, die ich gelesen, die ich getippt habe, habe ich gelernt. Und es geht mir darum, wieder eine große Hürde zu meistern, ohne Drama und Angst, sondern mit Ausdauer, Selbstmotivation, Interesse. Dass es auch erschöpfend war, gehört dazu, erleichtert danach umso mehr. 

Tatsächlich habe ich an vielen Tagen nicht mehr von Paris gesehen als die vier Wände unserer Wohnung, den Supermarkt, den Park. Die Métro, die Babysitting-Kinder. Während da draußen überall spannende kulturelle Dinge passieren, Ausstellungen kommen und gehen, Filme Premiere haben, Musik in Kabaretts gemacht wird. Aber die schöne Zeit des Flanierens kommt bald wieder. Auch die der Muße für das Schreiben, für das Spielerische. Und schaue ich zurück, waren doch auch einige besondere Momente im Alltag verborgen:
Windige Vormittage im Jardin du Luxembourg, wo es herbstlich menschenleer und zauberhaft wird.
Eine Verkleidungsparty mit Champagner und der dösige Katertag danach.
Etwas Nettes kochen.
Auf F. warten.
Hier und da ein Zeitfenster für Tagtraum und Gedichte.








Frohsein wie ein Hampelmann (gebastelt von meinem "Mittwochskind"), trotz Verdrehungen und Dünnhäutigkeit, wär doch eine gute Devise?


Kommentare:

  1. Fühlt sich wieder so nah an. Ich stehe erst vor der Hürde, weiß aber, dass ich sie nehmen muss, wie sie kommt. Solange ich daran wachse, so wie Du es beschreibst, nehme ich sie gerne. Hier ist es auch wunderbar herbstlich, manchmal still, manchmal stürmisch. Wünsche Dir ein (auch) erleichtertes Herz nach der Abgabe. Drück Dich lieb. Lisa.

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  2. Nicht nur die großen Aufgaben, wie das Schreiben und vollenden der Masterarbeit erscheinen einem manchmal wie Hürden. Auch so kleine Dinge wie ein Tapetenwechsel in den eigenen vier Wänden kann eine kleine Hürde sein. Das Ziel vor Augen macht das mühevolle Arbeiten leichter und die Freude ist groß, wenn alles fertig ist. Ich hoffe, dass Du alles gebunden hast und alles abgeben, eingereicht ist. Beide Daumen drücke ich Dir, dass die Professoren Dir einen Studienabschluß bescheinigen, so wie Du es und wie wir es Dir wünschen. Liebe Grüße B.

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