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Dienstag, 4. März 2014

Toi et moi – Zu zweit in Paris



Ein jeder geht eingehüllt
in den Traum von sich selber.
In manchen Träumen ist Raum
für den Zweiten
wie in einem Doppelbett. 
Fast in allen. 
 (Hilde Domin, "Fragment")

Tage, die ich mit F. verbringe, sind wertvoll. Obwohl wir viel zweisame Zeit in Paris haben, ist diese Zeit meinem Gefühl nach nicht selbstverständlich und unerschöpflich.

Unsere Beziehung hat schon viel gesehen: Tausend Kilometer Entfernung und schmerzlich kurze Wochenenden, Zusammenleben in einem einzigen Zimmer, Monate zu zweit im einsamsten Dörfchen und in der lautesten Metropole, Treffen in meinem Land, in seinem Land, in unserem Land...
Wie sollte es auch anders sein? Man ist sich begegnet, möchte zusammen sein, aber jeder hat eine Fülle an Plänen und Ideen, die noch unabhängig von der Beziehung verwirklicht werden müssen. An Gefühlen ändert das nichts. Es braucht nur diese Grundsicherheit auf beiden Seiten: Auch wenn sich bald schon wieder vieles ändert – unser Band bleibt fest.

Jetzt eine Hand voll Monate normalen Alltags zu zweit zu haben, erdet mich. Aber gedanklich ein "jahrelang" oder gar "für immer" zu streifen, fühlt sich wieder zu komfortabel an. Ich bin noch zu unfertig, zu jung, zu unruhig, um zu wollen, dass "alles so bleibt, wie es ist". Ich möchte, dass die Zukunftsaussicht noch eine Weile vielversprechend und schwirrend bleibt, ehe sich Jahr für Jahr die Möglichkeiten reduzieren. Und ich möchte, dass unsere Zweisamkeit der rote Faden durch diese Wogen bleibt.

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