Ein paar mal in der Woche nehme ich mir bewusste Auszeiten von der Kopfarbeit. Gehe durch Paris, welches mir dann wie bei einem Wiedersehen irgendwie anders vorkommt, obwohl ich (fast) keinen Tag aus der Stadt fort war. Oder ich verabrede mich und erzähle mir bei Kaffee oder Wein die Gedanken aus dem Kopf. Oder koche etwas und versuche dabei der Versuchung zu widerstehen, Musik, Radio oder sonst irgendein Gerät anzuschalten, um einfach mal in Stille meine Hände, und nicht meinen Kopf zu bedienen.

Dennoch ist diese Zeit, sind diese Monate wunderschön. Wenn ich innehalte und die Situation reflektiere, ist da ein Gefühl von Freiheit. Etwas geht zu Ende – die Studienzeit –, etwas Offenes steht bevor. Das Jetzt ist die Brücke zwischen beidem. Und was das Ziel am anderen Ende ist und mit welcher Geschwindigkeit ich dort ankommen will, entscheide ich. Wie gut sich das anfühlt. Und überhaupt, hier zu sein, in Paris mit F., ist eigentlich schon der Freude genug.
So niste ich mich weiter in der Gegenwart ein, wo ich nicht lang nach guten Dingen suchen muss. Zum Beispiel freue ich mich auf eine kleine Reise Richtung norddeutsche Heimat nächste Woche und meine Lieben, die ich wiedersehe und mit denen ich meine Ankunft in der Mitte der 20 feiern kann. Auch im September dann wieder ein paar Stunden zu jobben und die Kleinen um mich zu haben, wird mir guttun. La vie est belle!
Habt also ein gutes, letztes August-Wochenende!
In Paris ist wieder Leben eingekehrt und auch der Sommer scheint sich langsam aufs Neue einzustellen ...